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Die Benchmarkergebnisse anhand des 3DMark03


Wenn man das erzielte Ergebnis betrachtet, kann die modifizierte Radeon 9700 Pro nun einen Performancesprung von 149 Punkten verzeichnen, das ist immerhin eine Leistungssteigerung von fast 3% und das bei 3DMark03 der die Grafikkarten ja bekanntlich extrem ins Schwitzen bringt. Solch eine Steigerung ist normalerweise nur durch overclocken der Grafikkarte zu erreichen.

Wenn man sich die detailliertere Fassung des 3DMark03 genauer anschaut kann man erkennen, dass die Modversion des Treibers gegenüber dem nicht modifizierten Treiber in allen Bereichen zulegt. Gut es ist nicht wahnsinnig viel, aber es ist ein Performancegewinn vorhanden. Der prozentuale Zuwachs der Performance liegt zwischen 3,8% beim Vertex Shader Test und sogar bis zu 4,7% beim Pixel Shader2.0 Test.

Auch in der Detailansicht 2, in der jeder der 4 in 3DMark03 integrierten Tests aufgeführt ist, werden die Performance-Sprünge sichtbar. Auch hier kann der modifizierte Radeon-Treiber zwischen 1,6 und 3,7% an Performance zulegen, gegenüber der Standardversion verzeichnen.

FAZIT:

ATI R350 = R300? Oder was ATi so als Fortschritt bezeichnet?

Wie sicherlich die meisten Leser wissen sollten, ist es ATi mit der Radeon 9700 Pro endlich gelungen nVIDIA von ihrem Grafikkarten Thron zu stoßen. Auch die neue Geforce FX5800 Ultra konnte daran nichts ändern. Um so mehr freut es den User, wenn ATi an Verbesserungen seiner Produkte arbeitet, damit sie auch zukünftig gegen nVIDIA bestehen können. Wie ein bekannter japanischer Autohersteller immer wieder verlauten lässt, ist bekanntlich Fortschritt nicht aufzuhalten. Alles schön und gut, doch was passiert, wenn gar kein Fortschritt vorgenommen wird und dem Kunden nur vorgegaukelt wird, dass es einen Fortschritt gab oder gibt?

Schauen wir uns kurz mal die Ereignisse an. Vor wenigen Wochen wurde von ATi der Nachfolger des R300 vorgestellt, der R350. Somit erhielt die Radeon 9700/9700 Pro einen Nachfolger den Radeon 9800/9800 Pro. (Wir beziehen uns hier nur auf diese Modelle, da der oben beschriebene Softwaremod noch nicht nachweislich bei 9500/9500 Pro auf 9600/9600 Pro Karten funktioniert). So, und hier findet sich schon der springende Punkt. ATi veröffentlichte den R350.

Wo liegt genau der Unterschied des R350 zum R300 im Bezug auf die Chiparchitektur?

Technisch soll der Chip ein weiterentwickelter und verbesserter R300 sein. So wurde die Shader Einheit, des Chips, um einen so genannten "F-Buffer" erweitert. Somit sollte sich die Möglichkeit ergeben, theoretisch unbegrenzt langen Pixel Shader Code auszuführen. ATi nennt dies "DirectX 9++". Aber es gibt auch weitere Änderungen: Aus "Smoothvision II“ wird "Smoothvision 2.1" und aus "HyperZ III" wird nun "HyperZ III+". Gleichzeitig stieg die Taktrate von 325/310 MHz auf 380/340 MHz. Der Rest bleibt unangetastet bzw. nicht weiter kommentiert. Worin sich nun Smoothvision 2.1 von 2 unterscheidet, weiß wohl nur ATi allein.

Stellt sich nun die Frage: „Ist hierfür ein neues bzw. überarbeitetes Chipdesign nötig?“

Wesentlich billiger wäre es zumindest die ganze Sache Softwareseitig zu lösen. ;-) Nun ist das Ganze erstmal nicht sonderlich verwunderlich gewesen. War der Radeon 9800 Pro doch teilweise ein paar Prozent schneller, als die reine Leistungssteigerung, durch Chip und Speichertakterhöhung, erkennen lies. Somit war klar, hier hat ATi ein paar Verbesserungen am Chipdesign vollzogen. Bei gleicher Taktrate sollte somit ein R350 dem R300 Chip überlegen sein.

Schön und gut, das ganze hätte auch wunderbar funktioniert, wenn nicht ATI-News.de und Tommi-Systems.de herausgefunden hätten, dass man mit einer lächerlichen umgeschriebenen Treiber *.sys Datei, die R350 Rechenpfade auch auf dem R300 nutzen kann. Das ganze haben wir, wie man oben lesen kann nachvollzogen. Hier hat ATI eindeutig den Kunden in gewisser Weise einer Leistungssteigerung vorenthalten. So wird künstlich ein größerer Leistungsunterschied zwischen Radeon 9700/9700 Pro und 9800/9800 Pro erzeugt, als er tatsächlich normalerweise aufgetreten wäre.

Tja, und irgendwie kommt uns das alles ein bisschen bekannt vor. So etwas ähnliches vollbrachte nVIDIA im Oktober 2001 auch. Durch den damals neuen DetonatorXP Treiber Version 21.85 und höher sollten die, damals neu eingeführten, Geforce 3 Titanium Grafik Chips profitieren. nVIDIA vermarktete damals die Features "volumetric" bzw. "3D-Texturen" sowie "Shadow Buffers" mit den neunen Geforce 3Ti200 und Geforce 3Ti500 Chips. Dem normalen Anwender wurde vorgegaukelt, es handele sich um die neuen Funktionen der Titanium Chips. Dem war allerdings nicht so, denn die Titanium Modelle des Geforce 3 waren mit dem Ur-Geforce 3 1:1 identisch, oben genannte Funktionen existierten bereits hardwareseitig in den älteren Chips. Damals schien nVIDIA jedoch nicht so dreist, wie es bei ATI heute erscheint. Sie sind zumindest nicht auf die Idee gekommen, aus einem NV20 nun einen NV22 zu machen. Damals erhielten alle User eines Geforce 3 (NV20) einen Leistungsschub sowie neue Features mit den neuen Treibern.

Bei ATi ist dies jedoch nicht der Fall, hier macht ATi anscheinend einen Unterschied zwischen dem Radeon 9800/9800 Pro und 9700/9700 Pro User. So werden nicht nur neue Features freigeschaltet, sondern auch noch softwareseitige Leistungsoptimierungen nur für Radeon 9800/9800 Pro User bereitgestellt, der Rest schaut wohl oder übel in die Röhre.

Damit stellen sich ein paar unbeantwortete Fragen.

1. Hätte ATi nicht eine Leistungsoptimierung für alle User bereitstellen können und diese, per Softwaremod herbeigeführte Leistungssteigerung, für alle direkt im Treiber freischalten können?
2. Muss ATi künstlich mehr Leistung erzeugen um Käufer für ihre Karten zu erhalten?
3. Sind 10-15% mehr Leistung, als eine Radeon 9700 Pro, kein Kaufargument für eine Radeon 9800 Pro?

Nach der von uns bisher eingeschätzten Lage, können wir uns durchaus vorstellen, dass eine Radeon 9700/9700 Pro mit einem Radeon 9800/9800 Pro Bios vollständig als 9800/9800 Pro erkannt wird. Im jetzigen Fall meldet sich ein R300 beim Windows-Start als R300, diesem wird in der Modifizierten *.sys Datei nur der gleiche Rechenweg eines R350 zugewiesen. Sollte sich die Karte aufgrund einer Bios Änderung als R350 melden, kann man sich den jedes Mal erforderlichen Treibermod, der bei jedem neuen Treiber erneut erstellt werden muss, sparen. Wir werden der Thematik nachgehen. Alles in allem bleibt ein etwas fader Beigeschmack, bei der ganzen Sache. Jedoch hat ATi die Möglichkeit im Catalyst 3.3 Treiber wieder alles auszubügeln und die R300 User auch ohne Softwaremod mit einer Leistungssteigerung zu erfreuen.

Autoren: Nicklas Stähler und Jesse
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Quellen und weiterführende Informationen:

Dark-Tweaker.com
Tommti-Systems.de

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