Da uns das Thema am
Herzen liegt, berichten wir ein
weiteres Mal über die Thematik
"Killerspieleverbot":
Nachdem am 09.01.2007
die Schule mit dem Amoklaufer des
letzten Jahres 2006 durch aufnahme
ihres Schulbetriebs wieder ins Gespräch
kam, nutzte die bayrische Regierung
den aufkommenden Medienrummel um
den neuesten Bericht aus ihrer Kabinettssitzung
vom 09.01.2007 bekannt zugeben.
Dort wurde eine neue Bundesratsinitiative
"zur Verbesserung des Kinder-
und Jugendschutzes vor menschenverachtenden
Gewaltangeboten wie Killerspielen"
veröffentlicht.
So hat der bayrische
Ministerpräsident Edmund Stoiber
von der CSU Partei sich außerordentlich
zuversichtlich gezeigt, dass eine
solche Initiative mit Erfolg gekrönt
sein wird. Er meinte: "Nach
dem Amoklauf von Emsdetten und angesichts
immer neuer Amokdrohungen von Jugendlichen
darf es keine Ausreden und Ausflüchte
mehr geben. Killerspiele gehören
in Deutschland verboten. Das sind
unverantwortliche und indiskutable
Machwerke, die in unserer Gesellschaft
keinen Platz haben dürfen.
Geplant sei, dass
nicht nur der Kinder- und Jugendschutz
in Bezug auf menschenverachtende
Gewaltangebote verbessert wird,
sondern auch die bereits im Strafgesetzbuch
verankerte "Herstellungs- und
Verbreitungsverbot von Computer-
und Videospielen mit Gewaltdarstellung".
Mann wolle die Herstellung und Verbreitung
von Gewaltspielen verbieten, so
dass es bei einem Verstoss als Straftat
gilt. Die bayrische Familienministerin
Christa Stewens äußert
dazu: Niemand kann ernsthaft
bezweifeln, was dieser Schund in
den Köpfen unserer Kinder und
Jugendlichen anrichtet.
Weiter ist zu lesen:
" Aufgrund des technischen
Fortschritts sind Online-Spiele
immer stärker auf dem Vormarsch.
Über das Internet bestehen
Zugangsmöglichkeiten auch für
Spiele, die in Deutschland nicht
zulässig, indiziert oder für
bestimmte Altersgruppen nicht freigegeben
sind." Nun damit haben die
Politiker wohl recht, doch weiter
geht es damit:
"Deshalb muss
durch technische Sperren auch hier
eine verbindliche Altersprüfung
sichergestellt werden, und
man wolle künftig soll durch
eine Pflicht zur Kennzeichnung die
Eignung von Internetangeboten für
ein bestimmtes Alter angegeben werden.
Sprich sein Ausweis vorlegen.
Doch wir fragen uns,
ob die Politiker denn in einer abgeschotteten
Welt leben, denn jeder der Interesse
an einem verbotenen Spiel hat, kann
durch Angabe von der Ausweisnummer
seines Vaters oder sonst einem Angehörigen,
behaupten, dass er volljährig
sei.
Das bayrische Landeskabinett
schlug vor, dass der Bußgeldrahmen
erhöht werden solle und zwar
von bisher 50.000 Euro auf 500.000
Euro, so dass die Gewerbetreibende
davon absehen würden, weiterhin
in diese Richtung zu wirtschaften.
Zudem meinte die CSU, dass man eine
Verbesserungen bei der Freiwilligen
Selbstkontrolle (USK) einführen
sollte, so dass man z.B. auch Gotcha,
Paintball
oder Laserdrome
den Riegel vorschieben könne.
Medienminister Eberhard
Sinner äusserte: Viele
Angebote kommen aus dem Ausland,
wo das Schutzniveau oft nicht unseren
deutschen Anforderungen entspricht.
Wir sollten die deutsche EU-Ratspräsidentschaft
nutzen, um weitere Verbesserungen
im Jugendschutz auf europäischer
Ebene zu erzielen.
Liest man den gesammten
Text der bayrischen Staatskanzlei
durch stellt man fest, dass mit
keinem Wort erwähnt wird, dass
Jugendliche die einen Amoklauf wie
z.B. in Emsdetten durchführten,
meist soziale und schulische Probleme
hatten. Darum will sich die CSU
anscheinend nicht kümmern,
sondern tönt immer nur dann
davon die Killerspiele abzuschaffen
wenn es medienwirksam ist.
Unter diesem Gesichtspunkt
kann es kein Mensch den Spieleherstellern
verdenken, dass sie sich zu Unrecht
angegriffen fühlen. Zumal bereits
heute schon diverse Spiele und Filme
von der USK verboten sind, was Stoiber
jedoch nicht reicht, denn es müßten
auch Produktionsverbote her. Seine
Aussage dazu ist, dass es unverantwortliche
und indiskutable Machwerke sind,
die in unserer Gesellschaft keinen
Platz haben dürfen.
Die Frage warum es
so weit kommen konnte und wie der
Täter zu solchen Waffen gelangt
ist, wird in keinster Weise diskutiert,
nein es sind nur die Spiele schuld.
Das haben wir bereits in unserem
ersten
Artikel über den Spieleverbot
erwähnt. Hier merkt man, dass
die Politiker für ihre Wähler
reden, aber dem eigentlichen Problem
nicht wirklich nachgehen. Sie sind
nur auf Stimmenfang, da die CDU/CSU
sowieso fast nur alte Wählerschaft
aufweisen kann, die keinen Plan
von den neuen Medien hat.
Warum wird denn kein
Waffenverbot oder gar Alkoholverbot
ausgesprochen? Denn Alkohol senkt
bekanntermaßen die Hemmschwellen,
so dass man durchaus deswegen mutiger
wird und andere Leute abknallt.
Nein dass darf nicht sein, denn
hier sitzen ihnen die Lobbisten
im Nacken, denn es ist unmöglich
dass die deutschen Hersteller ein
Verbot bekommen. Sonst könnte
man ja - gemeint sind die Politiker-
nicht mehr in irgend welchen Aufsichtsräten
sitzen, oder die Lobbisten drohen
der Regierung, dass man Deutschland
verlässt und ins Ausland geht.
Wir von 3DChip sehen
es so, dass der Wirbel den die Politiker
um die Computerspiele machen keine
Früchte tragen wird, obwohl
die Bayern ja meinen, da Deutschland
momentan die europäische Ratspräsidentschaft
inne hat, würden sie mit einem
europaweiten Herstellungsverbot
von gewaltdarstellenden Spielen
eine Chance haben. Denn ein Verbot
für deutschsprachige "Killerspiele"
wie es so schön heißt,
wird unsere Regierung nicht durchsetzen
können, da es noch andere Länder
wie z.B. Österreich und die
Schweiz gibt, die deutsch sprechen
und schreiben.
Zudem kann man die
Spiele ja auch zur Not in englischer
Sprache kaufen und ein komplettes
Herstellungsverbot, nur weil Deutschland
dass möchte ist absolut lächerlich.
Vielleicht sollten unsere Politiker
mal an den anderen Problemen wie
eine gescheite Gesundheitsreform,
oder der immer noch wahnsinnig hohen
Arbeitslosigkeit arbeiten, die offensichtlich
nicht so wichtig ist wie dieses
Thema.
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Copyright Januar 2007 by 3DChip
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| Autor:
Sonja Jaspers aka "Chimära" |
| Quelle:
Golem.de |