Politiker
und die "ältere Gesellschaft"
drehen hohl...
Alle vier bis fünf
Jahre geschieht etwas nicht gerade
angenehmes und schön anzusehendes.
Es gibt einen Jugendlichen oder
gerade erst erwachsen gewordenen
Amokläufer. Er rennt in eine
Schule oder in ein anderes öffentliches
Gebäude und ballert wie wild
um sich. Nun vor zwei Tagen geschah
es wieder und zwar wurde in einer
Realschule in Emsdetten, Nordrhein-Westfalen
auf ehemalige Lehrer und Schüler
geschossen. Ja dass ist wirklich
schlimm und man sollte keine Witze
darüber reißen oder es
auf die leichte Schulter nehmen,
doch warum tat der 18 jährige
dass denn?
Dieser Frage geht
kein Mensch und auch kein Politiker
nach, nein es wird sofort gefragt:
"Hat er "Killerspiele"
wie HalfLife2 oder Counter Strike
gezockt?"
Bekommt man auf die
Frage ein "Ja" dann ist
selbstverständlich das Hobby
des Übeltäters Schuld
ohne Zweifel! Denn nur wer am PC
sitzt und sinnlos auf irgendwelche
Computergegner ballert wird animieret
und dazu verleitet auf die Bevölkerung
zu schießen. Ganz klar! Doch
es wird nicht dagegen gehalten wieviel
100 000 oder gar Millionen Spieler
es gibt die so etwas spielen und
nicht dazu verleitet werden wie
ein Idiot in der Gegend herumzuschießen.
Was auch nicht gesehen wird, wie
oft so etwas vor kommt. Nein, es
wird so getan als ob so ein Vorfall
mindesten 4-5 Mal im Jahr geschieht.
Genau dies sagt auch
eine wissenschaftliche Direktorin
des Instituts für Medienpädagogik
in Forschung und Praxis Dr. Helga
Teunert die meinte:"Es sei
auch überhaupt nicht nachgewiesen,
dass solche Spiele die Ursache der
ganzen Amokläufe sind. Auch
Jörg Müller-Lietzkow,
der an der Universität Jena
unter anderem Grundlagenforschung
zu Computer- und Videospielen betreibt
sagt: "Es sei eine Tatsache,
dass es Millionen vernünftiger
Menschen gibt, die jahrelang Shooter
gespielt haben".
Dass absurde daran
ist zudem, dass die Politiker bei
so einer Aktion sofort in den Bundestag
gehen und eine riesen Debatte vom
Stapel lassen. Nun für die
Betroffenen Eltern der Kinder ist
das sicher wichtig, dass sie sehen
dass die Bevölkerung Anteilnahme
zeigt und ich finde es auch gut
so, doch wenn man bedenkt dass die
Poltiker bei anderen Gelegenheiten
ihren Allerwertesten nicht in die
Gänge bekommen und viel mehr
Leute betroffen sind, dann frage
ich mich was soll das Ganze? Nach
kurzer Überlegung kam ich darauf.
Klar es sind die Wähler! Denn
die Bevölkerung besteht zum
größten Teil aus alten
und mittelalten Leuten und die können
mit dem Computer geschweige denn
solchen komischen Spielen nichts
anfangen. Logisch!
Deshalb kommen solche
Sprüche von dem lieben bayrischen
Ministerpräsident Edmund Stoiber
wie: "Indiskutable Machwerke,
die in unserer Gesellschaft keinen
Platz haben dürfen, Killerspiele
gehören in Deutschland verboten.
Sie animieren Jugendliche, andere
Menschen zu töten. Ein starker
und verantwortungsbewusster Staat
darf hier nicht einfach zuschauen
und nichts tun", so Stoiber,
" und dass Bayern seine Bundesratsinitiative
zum Verbot von Killerspielen in
den Bundesrat einbringen werde,
denn nach dem Vorfall in Emsdetten
dürfe es hier "keine Ausreden
und Ausflüchte mehr geben".
Schon im Jahre 1999
gab es so einen ähnlichen Fall
in Bad Reichenhall und auch dort
hat Bayern wiederholt Gesetzesinitiativen
zum Verbot von Shootern ins Leben
gerufen, doch es verlief sich im
Sand, da die übrigen Parteien
nicht mitzogen. Stoiber hob hervor,
dass die SPD und CDU/CSU in ihrem
Koalitionsvertrag ein Verbot von
Killerspielen ausgemacht haben.
Da frage ich mich,
was soll dass? Dürfen wir Erwachsene
nicht mehr entscheiden was wir kaufen
dürfen? Wir müssen von
nun an also unsere Spiele im Ausland
kaufen und somit wird wieder einmal
die deutsche Wirtschaft geschädigt.
Ich dachte immer der Staat hätte
die Verantwortung die Wirtschaft
zum Laufen zu bringen und nicht
anders herum. Wo leben die Politiker
denn eigentlich? Es gibt dass Internet
und dann werden die Spiele eben
über diesen Weg gekauft! Oder
denken die wir Deutschen lassen
uns dass Spielen verbieten? Sie
machen doch auch was sie wollen
und geben sich einen übertriebenes
Gehalt obwohl die Bevölkerung
das nicht will!
Aber auch Niedersachsens
Innenminister Uwe Schünemann
kündigte eine Bundesratsinitiative
an, um ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot
von Gewalt verherrlichenden Computerspielen
auf die Beine zu stellen. Er meinte
sogar dass man die Unterhaltungssoftware
Selbstkontrolle (USK) abschaffen
sollte um es durch ein völlig
neues Überprüfungsgremium
zu ersetzen, welches allein in staatlicher
Hand liegt.
Der CDU-Innenexperte
Wolfgang Bosbach äußerte
gestern zu Golem.de
dass es einschlägige wissenschaftliche
Untersuchungen gäbe, wonach
die "intensive Beschäftigung
mit Killerspielen zumindest bei
einem Teil der Jugendlichen Besorgnis
erregende Folgen" habe. Auf
welche Studien sich Bosbach bezieht,
bleibt dabei offen. Er meinte zudem,
"Das Sinken von Hemmschwellen
und die Bereitschaft, in der Realität
Gewalt anzuwenden, kann deutlich
ansteigen" und plädiere
daher für eine Verschärfung
des Jugendschutzes: "Wir brauchen
einen wirksamen Jugend-Medienschutz,
aber keine Killerspiele, die zur
Verrohung führen können".
Das seltsame bei der Sache ist,
dass es bereits einen Paraphen in
unserem Strafgesetz gibt und zwar
den §
131 StGB in dem diese Angelegenheit
geregelt ist.
Auch Brandenburg zieht
bei der ganzen Sache mit und meint:
"Killerspiele leisten einen
verhängnisvollen Beitrag zur
leider wachsenden Gewaltbereitschaft
und fördern aggressives Verhalten.
Deshalb müsse konsequent gegen
Spiele vorgegangen werden, die Gewalt
verherrlichen", so Innenminister
Schönbohm (CDU) "Spiele,
in denen der Erfolg sich an der
Verstümmelung und Ermordung
möglichst vieler Menschen -
Alter, Frauen, Kindern, Polizisten
oder schlicht 'Feinden' - misst,
sind in keiner Hinsicht zu akzeptieren."
Er hob vor allem hervor, dass gerade
die Provider gefordert seien, damit
die Jugendlichen keinen Zugang zu
diesen Spielen mehr erhalten.
Die Grünen ziehen
natürlich auch mit am Strang
und erklärten: "Wenn die
Informationen zutreffen, dass der
Täter gesellschaftlich isoliert
war und seine Zeit hauptsächlich
mit dem Spielen von Killerspielen
verbracht hat, dann muss jetzt verstärkt
eine Debatte um Förderung von
Medienkompetenz und eine sinnvolle
Computernutzung geführt werden",
sagte der Geschäftsführer
der Grünen-Fraktion, Volker
Beck . "Hier reicht die einfältige
Forderung der Großen Koalition
nach einem Verbot von Killerspielen
sicher nicht aus, zumal Verbotenes
für Jugendliche bekanntlich
um so reizvoller ist."
Nun ist es jedoch
so dass bereits im März 2006
der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware
(BIU) die immer wieder kehrenden
Forderungen der Innenminister deutlich
zurück wies und sagte: "Die
Formulierung eines 'Herstellungs-
und Vertriebsverbotes von Killerspielen'
durch die Unionsinnenminister halten
wir angesichts der vorstehenden
Gegebenheiten für unsachgemäß
und appellieren an die Innenminister,
in einen Dialog mit den Kollegen
aus den Familienressorts sowie der
Industrie einzutreten, um das offenkundige
Informationsdefizit zu beseitigen",
Wie schon einmal erwähnt
sollten sich die ganzen Politiker
einmal fragen, warum so etwas gemacht
wurde und was den Amokläufer
dazu getrieben hat, Rache bei seinen
alten Lehrern und Mitschülern
zu nehmen. Er muß doch todunglücklich
in seiner ganzen Jugend gewesen
sein, denn man schreibt nicht umsonst
einen Brief in dem steht: "So
jetzt zahl ich es euch allen heim"
und schießt sich dann in den
Mund oder kündigt seine Tat
im Juni 2006- also ein Halbes Jahr
vorher schon an, indem er in einem
Forum im Internet schreibt:
Ich weiss nicht
mehr weiter, bitte helft mir.
Er berichtet davon, dass er in der
Realschule keine Freunde hatte,
er von einem Hauptschüler geschlagen
wurde, dass er sich versteckt, dass
er Angst habe und dass diese Angst
so langsam in Wut umschlägt,
so Sebastian B. Ich fresse
die ganze Wut in mich hinein, um
sie irgendwann auf einmal rauszulassen,
um mich an all den Arschl**hern
zu rächen, die mir mein Leben
versaut haben. Er schreibt
sogar zum Schluß:: Für
die, die es noch nicht genau verstanden
haben: Ja, es geht hier um Amoklauf!
Politiker sollten
die Ursachen die zu einem Amoklauf
wie diesem führen untersuchen
lassen bzw. erfahren wollen! Und
dann erst nach einer Meinungsbildung
handeln und nicht einfach nur medienwirksam
mit dem Verbot drohen 3D Shooter
bzw. "Killerspiele" zu
verbieten!
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Copyright November 2006 by
3DChip
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| Autor:
Marcel Wolf |
| Quellen:
Golem.de |