
Einleitung:
Nachdem alle Welt
über den neuen PCI Express
Standart berichtet hat, wurde es
wirklich höchste Zeit, dass
auch wir diese Schnittstelle zum
Testen der neusten Grafikkarten
verwenden. Doch wir dachten uns,
wenn wir schon auf PCIe umrüsten,
dann wollen wir auch die Leistung
der Grafikkarten mit nVIDIAs neuer
SLI Technik anschauen. Die ersten
Testkandidaten die sich in unserem
PCIe SLI Mainboard tummeln sind
zwei GeForce 6800 Grafikkarten von
MSI mit der Produktbezeichnung NX6800-TD256E
auf Basis des neuen NV41 Chips.
Wir haben uns die
Singleleistung einer GeForce 6800
PCIe angesehen und diese dann mit
der neuen SLI Leistung durch dass
Zusammenschalten zweier Grafikkarten
des gleichen Typs verglichen. Vielen
Dank an
MSI
Deutschland die uns schnell
und unkompliziert mit zwei Grafikkarten
dieses Typs versorgten.
Der NV41 GeForce
6800 Grafikchip
Beim NV41 Grafikchip
kann man von einer optimierten Variante
des NV40 GPUs sprechen der PCI-Express
nun ohne Brückenchip (AGP zu
PCIe Wandler) ansprechen kann. Die
Architektur des NV41 GeForce 6800
Chips ist fast gleich der des NV40
bis auf die Reduzierung der Pixel
Pipelines von 16 auf 12 für
GeForce 6800 non Ultra GPUs und
dann kommen noch 5 anstatt 6 Vertexshadereinheiten
hinzu. Der GeForce 6800 Grafikchip
wird weiterhin in 0,13 Mikron Verfahren
hergestellt und verfügt wegen
der Reduzierung der PPs und des
einen Vertex Shaderst jetzt über
nur noch 190 Millionen Transistoren
anstatt der 222 Mill. vom NV40.
Die Optimierung durch
die Reduzierung der Transistoren
bringt auch ein besseres Übertaktungspotenzial
sowie ein verbessertes Temperaturverhalten
der GPU mit sich, die wir in diesem
Test aber nicht berücksichtigen
können. Soviel für die
die es unbedingt wissen wollen.
:-) Ein GeForce 6800 NV41 mit dem
neuen PCIe Interface lief bei uns
mit rund 100 MHz mehr GPU Takt ohne
Probleme, lediglich der auf 2,8
ns Zugriffszeit begrenzte GDDR3
Speicher wollte nicht mehr als 850
MHz DDR zulassen, das sind aber
auch gute 125 MHz Leistungszuwachs
gegenüber dem Realen Takt von
300 MHz beim RAM.
Aber jetzt wirklich
weiter mit den Eigenschaften der
GPU: Auch dieser Grafikchip ist
wie der NV40 an ein 256 Bit Speicherinterface
angebunden, der verbaute 256 MB
GDDR3 Speicher ist mit nur 2,8 ns
Zugriffszeit exakt so schnell wie
der ältere DDR1 Speicher beim
GeForce 6800 mit NV40 Core. Merkwürdig
finden wir allerdings die Reduzierung
des Speichertaktes um 50 MHz auf
besagte 300 MHz, zumal es sich bei
dieser Grafikkarte um verbauten
GDDR3 Speicher handelt, der nicht
besonders warm wird und somit höhere
Taktraten gar kein Problem gewesen
wären. Durch die Taktreduzierung
sinkt auch die Speicherbandbreite
auf nur noch ca. 18,2 GB/s ob das
mal mit der Leistung nicht nach
hinten los geht werden wir in den
nachfolgenden Benckmarkmessungen
sehen.
PCI Express ein
kleiner Überblick
Die PCI Express Schnittstelle
basiert nicht auf ein Bussystem,
sondern auf einer seriellen "Link"-
Verbindung (Punkt to Punkt) welche
durch so genannte "Lanes"
(Fahrbahnen) zustande kommt. Diese
Lanes bestehen aus jeweils zwei
unidirektionalen Leitungspaaren,
bei denen das eine Paar für
das Senden und das andere zum Empfangen
von Daten zuständig ist. Der
PCI Express Bus besitzt eine Grundfrequenz
von 2,5 GHz, was bei einer seriellen
Verbindung (nur ein Bit gleichzeitig
übertragbar) einer maximalen
Übertragungsrate von 2,5 GBit/s
entspricht.
Es gibt jedoch eine
kleine Einschränkung. Beim
Senden und Empfangen verwendet der
Bus das 8B/10B-Kodierverfahren.
Dies ist dringend notwendig, damit
sich Sender und Empfänger bei
jeder Datenübertragung synchronisieren
können. Die üblicherweise
8 Bit lange Information wird für
diesen Zweck auf 10 Bit erweitert.
Nachteil der ganzen Sache ist der
25 Prozent Overheadanteil, der die
Nutzdatenrate auf nur 2 GBit/s in
beide Richtungen auf einer Lane
beschränkt. Über eine
PCIe x1-Schnittstelle können
somit 250 MB/s in jede Richtung
oder zusammengenommen 500 MB/s an
Daten übertragen werden - knapp
das Vierfache gegenüber dem
herkömmlichen 32 Bit PCI, welche
bei 133 MB/s (1000er Basis) am Ende
ist. Bei 16 Lanes die für unsere
Grafikkarten Verwendung finden können
dann logischerweise bis zu 4 GB/s
an Daten gleichzeitig hin- und zurückgeschubst
werden. Zum Vergleich kann die alte
AGP 8x Schnittstelle nur max. 2.1
GB in der Sekunde übertragen.
Kleine Definition
zur nVIDIA SLI Technik
SLI bedeutet "Scalable
Link Interface" und kombiniert
ein Grafikchip Koordinierungsprotokoll
sowie ein Lastverteilungsalgorithmus
und soll die als Pärchen arbeitenden
Grafikkarten laut nVIDIA Marketing
Papier etwa das 1,8 fache der Leistung
erzielen lassen, die ein Singlechip
bis dato zu Rendern vermag.
Bekannt wurde der
Begriff "SLI" aber durch
die Verwendung zweier 3dfx Voodoo
2 Grafikboards die ein anderes Verfahren
beim Rendern von 3D Sequenzen anwendeten,
sie berechneten Zeilen im Wechsel.
Auch der heutige Erz Konkurrent
ATI versuchte sich im Einsatz mit
zwei GPUs 1999 erschien die "zwei
Chip Grafikkarte" Rage Fury
MAXX sie produzierte Einzelbilder
im Wechsel, allerdings war es mit
der Performance dieser Karte nicht
weit her so dass ATi die Maxx einstampfte
und man bis heute keinen neuen Versuch
startete. Im Gegensatz zu den bisherigen
Lösungen wird beim nVIDIA SLI
die Berechnung in die obere und
untere Bildhälfte aufgeteilt.
Das Resultat wird schließlich
von der Hauptgrafikkarte zu einem
Bild zusammengesetzt und auf einem
angeschlossenen Monitor dargestellt.