Wie schon in der Einleitung erwähnt,
kam es mit unserem Testboard, dem
MSI 875P Neo-FIS2R zu Problemen. Im
3D-Modus bekamen wird Blackscreens,
Bluescreens, Neustarts, eigentlich
das komplette Programm eines instabilen
PC`s. Wir hatten schon in unserem
Forum von derartigen Problemen zwischen
Intel System und Radeon 9600XT gehört
und die Lösung war bei einigen
ein stärkeres Netzteil.
Nach dem Umbau wurden
die Probleme aber nicht besser und
wir vermuteten einen Defekt an der
Grafikkarte. So steckten wir die 9600XT
kurzer Hand in einen anderen PC mit
einem Siemens D1325 Motherboard mit
dem 845er Chipsatz von Intel, 512MB
P133 Arbeitsspeicher, einem 1,5 GHz
Pentium 4, und einem 250Watt Netzteil
von Fortron. Hier lief die Testgrafikkarte
aber einwandfrei. So blieb es uns
letzten Endes nur noch übrig
ein Short-Review zu machen, denn die
Messwerte auf dem anderen PC ohne
Vergleich wären ja schließlich
sinnlos. Vermutlich führte eine
zu schwache 12V Leitung auf unserem
MSI Board zu den Problemen. So bekam
die Grafikkarte unter Last einfach
zu wenig Strom und das verursachte
die Abstürze.
So vom Benchen abgebracht,
schauten wir uns den Catalyst 4.3
Treiber genauer an und entdeckten,
dass die Radeon 9600XT komischerweise
kein Overdrive aufwies. Dies bestätigte
uns dann nach einer Anfrage auch der
Hersteller PowerColor und es wurde
uns mitgeteilt, dass der Grafikkarte
der Monitoring Chip (LM63) fehlt,
der die chipinterne Temperaturdiode
ausliest; Hier die Stelle an der er
sitzen müsste (In der Mitte des
Bilds, die freies Lötstellen):

Beim Overclocking erreichten
wir beim Chip lediglich eine Steigerung
von 8 MHz auf 508 MHz, was ja sogar
noch unter dem Overdrive liegt (bis
zu 526MHz), während sich der
Speicher sich von 337MHz auf respektable
375 MHz (entspricht 750 MHz DDR) übertakten
ließ. Allerdings sind die Übertaktungsergebnisse,
zumindest beim Chip, nicht zu ernst
zu nehmen, da es auch durch die Instabilitäten
zu Problemen gekommen sein kann. Andere
Online-Redaktionen bekamen die Karte
auf stolze 571MHz Chiptakt. Ermittelt
haben wir die Ergebnisse durch das
ATi Tool, das eine Auto Overclocking
Funktion besitzt.
Fazit:
Zumindest in der Ausstattung
können wir der PowerColor Radeon
9600XT Bravo ein dickes Lob geben,
denn für ca. 170 Euro ist es
nicht selbstverständlich 2 Spiele
Vollversionen, Videosoftware und eine
umfangreiche Kabelausstattung vorzufinden.
Zur allgemeinen Leistung dieser Karte
können wir leider nichts sagen,
da wir keine Leistungsbewertung mit
unserem Testsystem vornehmen konnten
und deshalb ist auch keine Empfehlung
der Redaktion möglich.
Die Probleme mit unserem
- und auch anderen Intel Systemen
sind nicht einfach hinzunehmen. ATi
hätte die Karte ruhig mit einem
zusätzlichen Stromanschluss versehen
können um so den Problemen mit
dem Strombedarf über die 12 Volt
Schiene effektiv aus dem Weg gehen
können. Abschließend lässt
sich nur sagen, dass alle, die mit
dem Gedanken spielen, sich eine Radeon
9600XT zuzulegen, vielleicht doch
erst mal testen sollten, ob sie überhaupt
in ihrem System stabil läuft.
Zum Schluss noch: Es besteht definitiv
eine Inkompatibilität zwischen
der Grafikkarte mit 9600XT Chip zu
unserem MSI 875P Neo-FIS2R Motherboard,
alle Besitzer eines solchen Mainboards
sollten so leid es uns tut einen weiten
Bogen um die Karte machen.