
Es ist gerade mal ein
wenig länger als ein Jahr her,
da stellte ATi am 1. Dezember 2004 seine
Radeon X850 Serie vor. Jetzt ist die
neue Radeon X1000 am Start Es gibt 3
Chip Gattungen auf die wir hier ein
wenig näher eingehen wollen. Die
X1000 Serie umfasst wieder Grafikchips
des Low-End, Midrange und High-End Sektors.
Low-End = Radeon X1300 und X1300 Pro,
Midrange = Radeon X1600 XT und X1600
Pro und endet bei dem High End Modellen
der Radeon X1800 XT und XL.
Die neuen Modelle der
X1000 Serie haben neue Features gegenüber
den älteren X850 Modellen zu bieten.
Eines der wichtigsten neuen Features
ist ohne Frage die Unterstützung von
HDR (High-Dynamic-Range) und Shader
Modell 3.0, sowie natürlich auch
Vertexshader 3.0. Klar ist auch, dass
alle neuen Modelle der X1000 Serie Direct
X 9.0c unterstützen. Bei der gesamten
Radeon X1000 Serie handelt es sich um
Grafikkarten mit PCI Express Interface,
allerdings gibt es mittlerweile auch
schon erste AGP Versionen bei den kleineren
Radeon X1300 und X1600 Modellen.

Referenzkarte der Radeon
X1800 XT
Der R520 sowie die kleineren
Brüder verwenden als erste Desktopgrafikchips
den 90nm Fertigungsprozess von TSMC.
Dieser ermöglicht nicht nur hohe Taktraten,
sondern kann auch mit niedrigem Stromverbrauch
glänzen. Darüber hinaus ist die
neue Chiparchitektur flexibler als die
alte, so ist es bei diesen Modellen
nicht nur kein Problem einzelne Pixel
Pipelines zu deaktivieren, sondern man
kann auch je nach Bedarf problemlos
einzelne Vertexshader, TMUs, ROPS und
andere Einheiten deaktivieren.
Dadurch wurde es ermöglicht
denselben Grafikchip für unterschiedliche
Modelle einzusetzen. Interessant ist
auch eine weitere Fähigkeit des R5x0
Chips, dieser kann sich im 2D Modus
heruntertakten und die gesamten 3D Funktionalität
deaktivieren. So wird der Stromverbrauch
im Bereich Windows und Officeanwendungen
und sonstige 2D Anwendungen stark gesenkt.

Referenzkarte der Radeon
X1800 XL
Für die High End Modelle
der X1800 Serie wurde der R520 Core
verbaut. Dieser Chip verfügt über 321
Millionen Transistoren und wesentlich
mehr Schalteinheiten als man sich anhand
der 16 Pixel Pipelines denken könnte.
Außerdem besitzt er über 8 Vertexshadereinheiten,
16 ROPs und auch 16 TMUs. Der Anführer
der X1800er Serie ist der Radeon X1800
XT, welcher mit 625 MHz Chiptakt und
750 MHz Speichertakt betrieben wird.
Er besitzt 16 Pixel Pipelines und 8
Vertexshaderunits.
Es gibt auch eine 512
MB Grafikkarte auf Basis dieses Chips.
Beide Versionen des Radeon X1800XT die
256er als auch 512 MB Karte besitzen
GDDR3 Speicher welcher mit einem 256
Bit Interface versehen ist. Bei dem
etwas schwächerem Modell der Radeon
X1800 XL wurden ebenfalls 16 Pixel Pipelines
und 8 Vertexshader verbaut, der Unterschied
liegt hier im Takt, denn dieses Model
ist nur mit 500 MHz bei der VPU als
auch 500 MHz DDR (1 GHz effektiv) beim
RAM getaktet. Dieses Produkt verfügt
allerdings nur über 256 MB GDDR3 Speicher
der natürlich auch mit 256 Bit
angebunden ist.

Referenzkarte der Radeon
X1600 XT
Für den Midrange
Sektor hat ATi die X1600er Serie vorgesehen.
Der Chip der Radeon X1600 Serie besitzt
den Codenamen RV530, dieser Chip wurde
deutlich abgespeckt, dadurch besitzt
er nur ungefähr 160 Millionen Transistoren
on Die (Im Kern). Des Weiteren wurden
die Pixelpipelines auf eine Stückzahl
von 12 reduziert, ebenfalls verringert
wurden auch die Vertex Units, hier wurden
3 abgeschaltet, sie wurden von den vorhanden
8 im Chip auf 5 reduziert. Weitere Beschneidungen
gab es auch bei den TMUs und bei den
Einheiten die für die Texturen
zuständig sind den hier gibt es
4 Texture Mapping Units und 4 ROPs.
Die stärkste unter
ATis mittleren Grafikkarten ist die
Radeon X1600XT, diese Karte wird mit
590 MHz Chip und 690 MHz Speichertakt
betrieben. Verfügbar sind die Modelle
mit 128 MB, oder 256 MB GDDR3 Speicher,
welcher leider nur über ein 128
Bit Speicherinterface verfügt.
Beim kleinen Bruder der Radeon X1600
Pro sieht es sehr ähnlich aus. Hier
wurde der Chiptakt auf 500 MHz reduziert.
Der Speichertakt wurde gegenüber der
X1600XT ebenfalls stark gesenkt, so
dass die Radeon X1600 Pro nur noch einen
mit 390 MHz getakteten Speicher besitzt.
Auch diese Grafikkarte gibt es mit 128
oder 256 MB GDDR3 Speicherbestückung,
welcher wieder nur über ein 128
Bit Interface verfügt.

Referenzkarte der Radeon
X1300 Pro
Bei ATis Low End Serie
der Radeon X1300er Reihe wurde der RV515
Chip verbaut, dieser besitzt rund 100
Millionen Transistoren, was recht wenig
ist. Doch Ursache ist hier die Entfernung
weiterer Pixel Quads, dadurch besitzt
das Silizium leider nur noch 4 Pixel
Pipelines, wodurch diese Modelle durch
die daraus resultierende Performance
eher zu Office Karten werden. Weiterhin
vierfach verfügbar sind die ROPs
und TMUs, allerdings hat der RV515 nur
noch 2 Vertex Pipelines. Der Rest der
Spezifikationen ist bei allen 3 Chips
(Radeon X1800, X1600 und X1300) größtenteils
identisch.
Die schwächsten Karten
der X1K Reihe sind die Radeon X1300
Pro und die Radeon X1300, bei der Radeon
X1300 Pro gibt es nur noch 4 Pixelpipelines
und 2 Vertex Units. Dafür ist der Chiptakt
mit 600 MHz der Pro Variante recht hoch
und der Speicher wird mit 400 MHz getaktet.
Angebunden ist der 256 MB DDR2 Speicher
über 128 Bit. Bei der X1300 gibt es
wieder 128 MB und 256 MB Modelle. Ob
256 oder 128 MB Speichermenge spielt
bei der Taktung keine Rolle, hier wurde
auf 450 MHz Chip und 250 MHz Speichertakt
gesetzt. Was die Pipelines betrifft,
so steht die X1300 der X1300 Pro in
nichts nach.

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bitte aufs Bild klicken
Zu der neuen Technik der
R520 Generation gehört die Ring-Bus
Technik, welche ein neuartiges Speicherinterface
bezeichnet. So arbeiten hier acht Kanäle
mit je 32 Bit. Bei dem R420 waren es
noch vier 64 Bit breite Kanäle. Jeder
dieser Kanäle kann gleichzeitig Lese-
und Schreibanfragen bearbeiten, so ist
es dem neuen Ring-Bus möglich die Anfragen
in kürzerer Zeit zu verarbeiten, als
es dem R420 möglich war. Es verringern
sich so die Latenzen was sich positiv
auf die Gesamtperformance auswirkt.
Der Ring-Bus ist nicht nur zur Ansteuerung
des momentan gebräuchlichen GDDR3
Speichers zu gebrauchen, sondern unterstützt
auch schon den kommenden GDDR4 RAM und
bietet so Zukunftssicherheit für
diese Architektur.
Beim Ring-Bus wurde auch
das Memoryinterface verbessert, so umschließt
der Ring-Bus alle Memory Klienten ringförmig,
dadurch wird der Weg welcher für
die Daten zurückzulegen ist deutlich
verringert. Jeder Ring besteht aus zwei
256 Bit breiten Datenleitungen, deshalb
auch die Bezeichnung 512 Bit Bus, die
in die jeweils entgegen gesetzter Richtung
kommunizieren. Beim Transport der Daten
über den Ring-Bus können die Daten an
insgesamt vier RingStop Leitungen abgeliefert
werden und diese Schicken die Informationen
an den Speicher weiter.
Eine weitere Verbesserung
wurde in der hauseigenen Texturkompression
3Dc vorgenommen, so heißt der Nachfolger
3Dc+. Diese Texturkompression ist in
der Lage mit acht Bit Integer Texturen
mit einer Kompressionsrate von 2:1 zu
verkleinern. Weiter verbessert wurde
auch die HyperZ-Funktion, welche zur
Entfernung von Pixeln im nicht sichtbaren
Bereich dient, womit die Verschwendung
von unnötiger Bandbreite stark reduziert
wird. Bei der X1800-Serie soll die HierarchicalZ-Berechnung
bis zu 50 % beschleunigt worden sein.
HierarchicalZ ist die erste Stufe die
zur Berechnung der nicht sichtbaren
Pixeln dient. Des Weiteren wird jeder
Pixel in einem Block von kleineren Strukturen
unterteilt, diese werden dann auf Sichtbarkeit
überprüft. Durch diese Technik kann
es nicht mehr dazu kommen, dass ein
ganzer Pixelblock verworfen wird, denn
somit können diese teilweise sichtbaren
Blöcke weiterhin in die Texturengine
geleitet werden.
Nun unterstützen
auch die neuen Radeon X1000 Grafikkarten
vollständiges DirectX 9c in Hardware
und beherrschen natürlich auch
Pixel- und Vertex Shader der Version
3.0. Um diese Befehle zu verarbeiten
setzt ATi auf „dynbamic Branching“ welches
einer der wichtigsten Bestandteile der
neuen Shaderversion darstellt. So ist
es den Spieleentwicklern dank des Dynamic
Branching theoretisch möglich einen
einzelnen langen Shader zu schreiben,
welcher mit dieser Methode schnell verarbeitet
werden kann.

Ein Bild der X1800 Vertexschader
Engine
Des Weiteren wurden die
Pixel Pipeline und der Vertex Shader
optimiert, wodurch sich die Latenz verringert,
so dass die Daten ohne Wartezeiten verarbeitet
werden können. Diesen Verarbeitungsschritt
genauer zu Beleuchten würde unsere
kleine Zusammenfassung über die
X1000 Serie von ATi sprengen. Deshalb
möchten wir hier noch auf 2 wichtige
Änderungen gegenüber dem R480/R420 hinweisen.
Der R520 rendert jeden Shadercode mit
voller FP32 Genauigkeit, dabei wird
dieser Chip nicht auf halbe Präzision
FP16 zurückschalten wie es die GeForce
6 und 7 Generation kann. Doch dies soll
keine Auswirkung auf die Geschwindigkeit
und Genauigkeit der Berechnung haben.
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Die neue Radeon X1000
Serie unterstützt im Gegensatz
zu nVIDIAs aktuellen Grafikchips High
Dynamic Range Rendering inkl. Multi
Sampling AntiAliasing mit 64 Bit Genauigkeit.
Dafür müssen die Spiele zwar erst noch
angepasst werden, aber laut Programmierern
von Crytek soll dies recht schnell ausführbar
sein. Bei einer Präsentation von der
ATis X1000 Serie lief eine spezielle
Version des Ego Shooters Far Cry mit
HDR und AntiAliasing sehr flüssig und
einwandfrei.

ATi
Radeon Chips der X1000 Serie mit den
technischen Daten:
|
|
Radeon
X1600XT
|
Radeon
X1800 XL
|
Radeon
X1800 XT
|
|
Chip
|
RV530
|
RV520
|
RV520
|
|
Transistoren
|
ca. 157 Mio.
|
ca. 321 Mio.
|
ca. 321 Mio.
|
|
Fertigung
|
0,09µm
|
0,09µm
|
0,09µm
|
|
Chiptakt
|
590 MHz
|
500 MHz
|
625 MHz
|
|
Pixel-Pipelines
|
4
|
16
|
16
|
|
ROPs
|
4
|
16
|
16
|
|
Pixelfüllrate
|
2360 MPix/s
|
8000 MPix/s
|
10000 MPix/s
|
|
TMUs je Pixel-Pipeline
|
4 (insgesamt!)
|
1
|
1
|
|
Texelfüllrate
|
2360 MPix/s
|
8000 MPix/s
|
10000 MPix/s
|
|
Vertex-Pipelines
|
5
|
8
|
8
|
|
Dreiecksdurchsatz
|
738 MV/s
|
1000 MV/s
|
1250 MV/s
|
|
Pixelshader
|
PS 3.0
|
PS 3.0
|
PS 3.0
|
|
Vertexshader
|
VS 3.0
|
VS 3.0
|
VS 3.0
|
|
Speichermenge
|
256/128 GDDR3
|
256 GDDR3
|
512/256 GDDR3
|
|
Speichertakt
|
690 MHz
|
500 MHz
|
750 MHz
|
|
Speicherinterface
|
128 Bit
|
256 Bit
|
256 Bit
|
|
Speicherbandbreite
|
22080 MB/s
|
32000 MB/S
|
48000 MB/s
|
|
Präzision pro
Kanal
|
FP32
|
FP32
|
FP32
|
|
Interface
|
PCIe
|
PCIe
|
PCIe
|
|
SLI/CF-Unterstützung
|
Ja
|
Ja
|
Ja
|
|
|
Radeon
X1300
|
Radeon
X1300Pro
|
Radeon
X1600Pro
|
|
Chip
|
RV515
|
RV515
|
RV530
|
|
Transistoren
|
ca. 105 Mio.
|
ca. 105 Mio.
|
ca. 157 Mio.
|
|
Fertigung
|
0,09µm
|
0,09µm
|
0,09µm
|
|
Chiptakt
|
450 MHz
|
600 MHz
|
500 MHz
|
|
Pixel-Pipelines
|
4
|
4
|
4
|
|
ROPs
|
4
|
4
|
4
|
|
Pixelfüllrate
|
1800 MPix/s
|
2400 MPix/s
|
2000 MPix/s
|
|
TMUs je Pixel-Pipeline
|
1
|
1
|
4 (insgesamt!)
|
|
Texelfüllrate
|
1800 MTex/s
|
2400 MTex/s
|
2000 MTex/s
|
|
Vertex-Pipelines
|
2
|
2
|
5
|
|
Dreiecksdurchsatz
|
225 MV/s
|
300 MV/s
|
625 MV/s
|
|
Pixelshader
|
PS 3.0
|
PS 3.0
|
PS 3.0
|
|
Vertexshader
|
VS 3.0
|
VS 3.0
|
VS 3.0
|
|
Speichermenge
|
256/128 DDR2
|
256 DDR2
|
256/128 GDDR3
|
|
Speichertakt
|
250 MHz
|
400 MHz
|
390 MHz
|
|
Speicherinterface
|
128 Bit
|
128 Bit
|
128 Bit
|
|
Speicherbandbreite
|
8000 MB/s
|
12800 MB/s
|
12480 MB/s
|
|
Präzision pro
Kanal
|
FP32
|
FP32
|
FP32
|
|
Interface
|
PCIe
|
PCIe
|
PCIe
|
|
SLI/CF-Unterstützung
|
Ja
|
Ja
|
Ja
|
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Bildquelle: ATi
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